Donnerstag, 7. Juni 2007

Der dritte Tag, 20.05.07: Von Szeged bis nach Mako

Heute gefahren: 691 km

Kurz nach 7.00 Uhr geht es heute los. Ich will nicht nachrechnen wie weit wir schon zurückliegen und wie viel Kilometer es noch bis Istanbul sind. Wir wissen nur eines: Wir müssen fahren, fahren, fahren. Die miesen schlaglochgespickten Straßen von Rumänien erwarten uns heute, die unbeleuchteten Pferdekarren – wer immer das Stichwort Rumänien erwähnte, vergaß nicht auf die schlechte Straßensituation hinzuweisen. Ohne ein Frühstück, nur mit ein paar Schluck Nescafé im Magen, geht es los. Am Stadtrand von Szeged steuern wir einen Supermarkt an, füllen unsere Ess- und Wasservorräte auf. Am Parkplatz erleichtert mich ein Bettler um einen Euro – er spricht perfekt Deutsch und wird sich mit dem Euro die Rente aufbessern. Um 9.56 Uhr überqueren wir die rumänische Grenze bei Nagylag. Wir sind am 3. Tag unserer Rallye in Rumänien, dem Land das das Elferteam bereits am Vortag erreichte! (Saublöde Gerüchte!) Was dann über 600 km folgte, ist für die Nachwelt oder die interessierten Leser kaum berichtenswert – über Stunden sehen wir nur die Rücklichter von Lastwagen. Haste einen überholt, warten zwei neue auf dich. Und so weiter. Der Verkehr ist wirklich abartig dicht in Rumänien, das Verhältnis PKW zu Lkw in etwa 1:2. Wer auf den kurvigen Straßen vorankommen will, muss irgendwann sich ein Herz fassen und überholen – auch dann, wenn sich keine Gelegenheit bietet. Auch dann, wenn der Gegenverkehr nicht einsehbar ist. Auch dann, wenn auf der Gegenfahrbahn reger Verkehr herrscht. An einigen Stellen machen die Rumänen dann blitzschnell eine dritte Spur auf. Geht doch! Kein Wunder, dass so ein Verkehr aggressiv macht. Die Rumänen – ja, ihr könnt das ruhig mitlesen – sind die wildesten Autofahrer auf der ganzen bisherigen Strecke. Sie rasen, drängeln und verhalten sich jederzeit total lebensmüde. Der Straßenbelag dagegen ist ausgezeichnet. Keine Schlaglöcher und auch keine Pferdekarren. Nirgends auf der Strecke war die Polizeipräsenz so stark wie hier. Alle paar Kilometer liegt eine Streife mit der Laserpistole im Anschlag auf der Lauer. Die Leute, die uns soeben in Kamikaze-Manier überholt haben, sehen wir ein paar Kurven weiter am Straßenrand von der Polizei gestoppt wieder. Aber ganz unter uns: Entweder die haben Knete ohne Ende oder die Verkehrsstrafen müssen in Rumänien winzig klein sein. Auf alle Fälle rasen die Temposünder nach kurzem Stopp schon bald wieder an uns vorbei.

Bitte fragt mich nicht, was wir jetzt noch erlebt haben. Wir sind durchs ganze Gebiet der Rumäniendeutschen hindurchgefahren. Auch in Sibiu haben wir nicht angehalten. Immerhin konnten wir eines feststellen. In jedem Dorf schien nur eine Straße geteert – die, wo am schnellsten wieder hinausführt – alle Seitenstraßen waren nur mit Splitt belegt.
Doch, doch in Sibiu stoppten wir – an einem Tesco Einkaufszentrum. Eine kleine westliche Welt in der rumänischen Wüste, wo die Kellnerin auch Latte Macchiato und Cappuccino servierte, der ausnahmsweise mal nicht aus Tütenpulver gemixt war.
Nein, der Tag in Rumänien war nicht besonders spannend. Dafür das Nachtleben. Wie landeten in einem Motel ganz dicht an der bulgarischen Grenze, wo wir unser Abendessen unter 100 db Beschallung schlucken mussten. Irgendwer hatte das Motel-Restaurant gemietet und feierte dort eine lautstarke Hochzeit. Die orientalische Discomusik war jederzeit an der Schmerzgrenze. Für so ein Gedudel muss man wohl geboren sein. Aber mal ehrlich: Wer feiert denn Hochzeit in einem Motel? Entweder gaben sich zwei Fernfahrer das Ja-Wort oder zwei sonstwie Bekloppte. Zum Glück stoppten die musikalischen Gehörattacken dann kurz vor 12.00 als wir, entkräftet von der Dauerbedröhnung, zu Bett gehen wollten. Nachdem wir den Vorabend noch 100 qm genossen hatten, waren wir jetzt auf ein Viertel der Größe in einem Raum zusammengepfercht. Saudumme 10-Euro-Regel. So schliefen wir zu sechst in einem Doppelbettzimmer. Immerhin gab es darin noch ein Schlafsofa und einen orthopädisch verdächtigen Zimmerboden, den Helmut und Aui ganz für sich haben, solange sie nicht unter den Couchtisch rollen. Wobei, ob alle jederzeit schliefen, wage ich zu bezweifeln. Kaum dass wir das Licht ausgeknipst hatten, fing das Hochzeitsgedudel unter uns wieder an. Und hörte nicht mehr auf. So muss es in Guantanamo zugehen! Nur, dass der Schlafentzug dort auf höhere Weisung erfolgt und von Amnesty International angeprangert wird. Gegen den Dauerlärm war die spontane nächtliche Einlage von Petra und Albert eigentlich harmlos. Ich weiß nicht wieso die beiden plötzlich noch mal auf dem Bett herumturnten. Habe es ja nur mit einem Auge beobachtet. Aber es sah aus wie Mücken fangen. Und jetzt schlaft mal alle.
Ach so, noch was, weil ich eh nicht einschlafen kann: Wir sind in ganz Rumänien keinem anderen Team mehr begegnet. Alle anderen haben wir wohl hinter uns oder auch vor uns gelassen. Doof, dass wir genaueres wohl erst in Istanbul erfahren.

Mittwoch, 6. Juni 2007

Der zweite Tag, 19.05.07: Von Mauthausen bis nach Szeged

Heute gefahren: 656 km

Frühstück um acht. Wir sitzen im liebevoll ausstaffierten Wohnzimmer der Zimmerwirtin und setzen uns an den gedeckten Frühstückstisch, nippen am Bohnenkaffee und werden in aller Ruhe wach und wacher.



Mann haben wir Zeit! Wir plaudern und erfahren von den 11 Enkeln der Oma Auböck. Wir bewundern die bestickten Kissen und philosophieren über den Sinnspruch: „Tut der Mann der Frau das Geld hingeben, schenkt sie ihm ein schönes Leben.“ Oder so ähnlich. Wir Männer gucken skeptisch. Aber den Frauen gefällt die Weisheit. Heute steht Szeged auf dem Etappenplan – laut Helmut die zweitschönste Stadt Ungarns. Muss also ziemlich schön sein, aber noch haben wir uns nicht selbst überzeugen können. Ich träume derweil von Szegediner Gulasch. Da fällt uns gerade noch die heutige Tagesaufgabe ein. Ein österreichisches Rezept mit Käse. "Toast Hawaii" meint die Wirtin. Klingt aber so gar nicht alpenländisch. Wir einigen uns auf Topfenknödel, schließlich ist Topfen ein anderes Wort für Käse, äh Quark und irgendwie glauben alle, dass Quark ein Nebenprodukt der Käseherstellung sei. Die Wirtin schleppt zwei Kochbücher an und überfordert uns mit der Auswahl. Wir nehmen dann irgendetwas und schreiben auf:
Man nehme 250 g passierten Topfen, 1 El Nockerlgries, 1 El Mehl, 1 El Brösel, 1 EL Wasser und etwas Salz. Den Topfen mit Grieß, Bröseln und Salz vermischen und 30 Minuten ziehen lassen. Dann das Ei und das Mehl daruntermischen. Aus der Teigmasse kleine Knödel formen, diese in kochendes Salzwasser geben und 6 min ziehen lassen.
Klingt einfach, ist aber sauschwer - weil der Topfen entweder wie Sekundenkleber am Löffel pappt oder vorschnell ins heiße Wasser tropft, ohne sich um die Knödelform zu scheren.
Macht nix. Die Rennleitung muss es nachkochen! Und jetzt geht es los. Noch ein paar Gastgeschenke verteilt, die obligatorische Quittung – Übernachtung nur 10 Euro pro Person - mitgenommen und die Einladung der Wirtsleute zu einem Nuss-Schnaps ausgeschlagen. Dann sitzen wir im Auto und fahren durchs Donautal. Mann ist das schön hier!
Die Donau zieht gemächliche Schleifen, irgendwelche Klöster oder Schlösser tauchen auf und die Sonntagsfahrer vor uns gucken sich das im Schritttempo an. Wenn das so weiter geht, brauchen wir für 60 km zwei Stunden! Dann tauchen auch noch die Autos vom Schwabenpfeil vor uns auf – wie erwartet mit geringem Gasdruck auf den Pedalen. Als wir dicht hinter denen fahren, biegen sie plötzlich abrupt nach links ab, auf einen Schotterweg unter einer Unterführung durch und dann stehen wir alle in einem Steinbruch, umringt von grün angezogenen Männern, die offenbar Sprengungen vorbereiten. Wie sich später herausstellt, wollten die sich zum Tontaubenschießen zurückziehen und wurden dabei von sechs deutschen Rallyefahrzeugen gestellt. Nach einem „Hallo erstmal“, gibt es 5 Minuten Small Talk. Entfernt uns zwar von unserer eigentlichen Aufgabe, aber nett wars. Dann, beim Verlassen des Steinbruchs passiert etwas Wunderbares – die Schwabenpfeile biegen falsch ab, vermuten die Donaubrücke in der anderen Richtung. Na dann gute Fahrt, liebe Kameljäger.
Es muss so zwischen 11 und 12 Uhr sein, als wir die Gegend um Wien erreichen – etwa 15 Stunden später als geplant. Wir kurven durch winzige Dörfer, die so schön sind, dass uns hier immer mehr Rallyefahrzeuge begegnen. Jetzt aber keine billigen Gurken oder Youngtimer wie wir sie fahren, sondern echte Oldies, klassische Automobile, elegante Roadster aus Zeiten, da auch ich noch nicht geboren war.
Immer wieder stellen sich Bahnübergänge in den Weg, die von uns gewählte Straße wird zigmal vom gleichen Zug gekreuzt. Ja Himmelhergottkruzifixnochmal!
Dann sind wir in Ungarn. Passieren die Grenze bei Sopron gegen 13.00 Uhr. Geschafft! Wir feiern das gleich mal mit einem Mittagessen. Es sieht ganz so aus, als beginnt nun der erfreuliche Teil der Reise. Für einen Betrag von umgerechnet 6 Euro tischen die freundlichen Ungarn wahre Fleischberge auf. Glückliche Ungarn! Wer solche Grillplatten hat, braucht keine Döner! Sprachschwierigkeiten gibt es erst beim Bezahlen – anstatt die verzehrten Speisen abzurechnen, nimmt ein freudiger Kellner unsere Bestellung noch mal auf und will die Information umgehend an die Küche weitergeben. Es ist beinah schon 15.00 Uhr als wir weiterfahren. Sopron-Szeged, das sind 300 km – schaffen wir in 5 Stunden.
Keine Ahnung wieso wir es nicht geschafft haben. An den Straßen kann es kaum gelegen haben, sie zogen sich durch liebliche Dörfer schnurgerade dahin. Ungarn ist flach wie eine Flunder, selbst die netten Häuschen bringen es nur auf eine eingeschossige Bauweise. Wir rollen an ihnen vorbei und staunen: Wir haben offenbar die Straße der Störche erwischt. In jedem Dörfchen gibt es gleich mehrere Storchennester – und jedes wird bebrütet. Die Storchennester sind dabei gar nicht hoch angebracht – 15 bis 20 Meter denke ich, sie ruhen auf Strom- oder Lampenmasten. Dass man ohne Beachtung der Verkehrsregeln und Geschwindigkeitslimits schneller vorankommt, sehen wir ein kurzes Stück später. In einem Affenzahn rast das Elferteam – die warn’s doch oder? – an uns vorbei. Na, deren Strafzettel wollen wir mal sehn!
Und wo bleibt bei diesem Höllentempo das Sightseeing? Sicher ist das Elferteam auch an dem leckeren Wurststand vorbeigerast, den wir am Straßenrand entdeckten. Paprika getrocknet, Paprikapulver und mit Paprika gewürzte Salamis – mehr bieten die Menschen hierzulande nicht feil. An einem Stand, wo die Würste so friedlich baumeln wie die Kugeln an der Weihnachtstanne kaufen wir ein Kilo. Zu wenig! Die Wurst schmeckt dermaßen gut, nahezu unglaublich lecker und das merken auch die Teamkollegen. Nach ein paar Kilometern ist sie gegessen. Ade du Gute! Ach wenn es doch einen Internetshop gäbe, wo ich dich online nachbestellen könnte!!
In den Präambeln zur Rallye Allgäu Orient heißt es, die Rallye diene der Völkerverständigung. Das können die Macher aber nicht in vollem Bewusstsein geschrieben haben. Denn wer sich der Völkerverständigung widmet, muss zwangsläufig das Lenkrad loslassen und damit auf den Sieg und das Kamel verzichten.
Als wir gegen 23.00 Uhr in Szeged eintreffen, sind wir wieder mal viel zu spät – ich schätze gegenüber der Planung (am grünen oder braunen Tisch von Hasmillers Wohnzimmer) haben wir erneut ein paar Stunden eingebüßt. Und Zimmer haben wir auch noch keins. Denn jetzt trifft uns ein weiterer folgenschwerer Faux Pas mit unvermittelter Härte: Ganz Szeged feiert. Ohne uns! Das berühmte Weinfest findet statt, wir hören Musik und fröhliche Menschen, sehen um die Ecke ein paar Wein- und Imbissstände hervorblitzen, müssen uns aber erstmal um einen Schlafplatz kümmern. Katja spricht einen jungen Mann an. Volltreffer. Der Typ steigt nach langem Palaver in den Audi und lotst uns zur Jugendherberge. Fehlanzeige. Alle Zimmer belegt. Dann steuern wir die Pensionen in der Nähe an. Währenddessen brennen die Szegeder zum Ende des Weinfestes oder zu unserer Begrüßung ein Feuerwerk ab. Herrlich, aber ein Schlafplatz wäre uns lieber gewesen. Den bekommen wir dann auch, als wir zu einer Gruppe wohlhabender Ungarn stoßen, die sich offenbar an einen Bekannten erinnern, der über ein leerstehendes Gebäude in der Innenstadt verfügt. Das ist zwar schwer renovierungsbedürftig, aber billig!



Wir mieten zwei Etagen, verfügen so über 200 qm Wohnfläche, zwei Klos, zwei Küchen und etwa 30 Betten, die wohl nicht zum ersten Mal als Notunterkünfte dienen. Solange wir nicht in den Betten liegen, sondern noch am Küchentisch sitzen, fühlen wir uns pudelwohl. Nach ein paar Glas Wein und zwei Schnäpsen geht es uns sogar richtig gut. Dass es in den Ecken vor Mäusekot wimmelt, entdecken wir erst am nächsten Morgen als wir die Koffer wieder ins Auto räumen.
Und wie war Ungarn so? Keine Ahnung. Auf jeden Fall viel zu lang.

Das Rezept aus Ungarn. Ja, das haben wir quasi so nebenbei erledigt. Helmuts Kontakten zur ungarischen Damenwelt sei Dank.



Bei der freundlichen Alexandra (eine SMS-Freundschaft?) laufen wir am Nachmittag ein. Keine Ahnung woher sich die beiden kennen. Aber hilfsbereit ist sie. Auf der Straße verrät sie uns ein Rezept für „Langos“. Und das obwohl sie drei Handicaps hat:
Erstens ist sie gerade am Streichen ihrer neuen Wohnung.
Zweitens kann sie nicht kochen.
Drittens haben wir sie überrumpelt.
Wir erhalten erste Bruchstücke eines Rezeptes, das sie von ihrer Nachbarin geholt hat, sofort und auf der Stelle. Ehrlich und gewissenhaft wie die Ungarinnen nun mal sind, reicht sie uns per SMS eine kochbare Fassung nach. Das ganze Rezept gibt es dann morgen, wenn ich es eingescannt habe. Aber bitte keine Rückfragen!

Programmhinweis: Rallye Allgäu-Orient im TV

Könnt Ihr Euch jetzt schon vormerken: Montag,11. Juni 2007 17.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen:
10.000 Kilometer für einen guten Zweck. Start der Schrott-Rallye in Oberstaufen mit Autos, Heu und einer Käserei nach Ammann.

Dienstag, 5. Juni 2007

Der erste Tag, 18.05.07: Von Oberstaufen bis nach Mauthausen

Heute gefahren: 505 km
Das fängt ja schon mal stressig an. Um 6 Uhr aufstehen und dann eine Stunde nach Oberstaufen fahren. Dort gibt es noch vor dem Start ein Weißwurstfrühstück und diverses Unvorhersehbares, was wir uns nicht entgehen lassen wollen. Außerdem, wir können es nicht leugnen: Ein bisschen aufgeregt sind wir schon, als wir in unseren Carlos steigen. Damit wir die Aufregung so voll genießen können, hatten wir schon am Vortag unseren Carlos vollgepackt. Also los geht’s. In Oberstaufen scheint noch nicht viel los zu sein, als wir eintreffen – denkste. Gut 30 Autos stehen schon in der Boxengasse – für die vorbeiflanierenden Zuschauer schön aufgereiht. Wer nicht dabei ist, sind unsere Teamkollegen aus Wolferstadt – dabei waren die schon am Vorabend angereist. Ob die wieder Navigationsprobleme hatten? Ziemliches Durcheinander. Wo geht es denn eigentlich hin? Wo muss man sich noch mal registrieren lassen und wo gibt’s das Weißwurstfrühstück? Irgendwie werden alle Infos per Mundpropaganda weitergereicht.
Inzwischen sind alle Teilnehmer im Kursaal von Oberstaufen eingetroffen – die Teams erhalten Bons und die Information auch ohne Bons soviel Weißwurst essen und Weißbier trinken zu können wie sie nur möchten: kostenlos, versteht sich. Aber irgendwie … vor dem Start will nur ein Weißwurstpärchen in den Magen passen. Das alkoholfreie Weißbier bezwinge ich wegen Geschmacklosigkeit mit Ach und Krach. Auf der Bühne werden noch ein paar Reden gehalten. Muss das denn sein? Schließlich wollen wir losfahren. Jedes Team stellt sich nochmals kurz vor – aber ganz kurz, denn alle wollen weg. Dann geht es an die erste Aufgabe.

Jedes Team erhält eine Flasche mit einem Zettel drin, der erst herausgefischt werden soll. Helmut fischt ein bisschen lange – und so ergattern wir als Team Nr. 8 den Startplatz Nummer 9 – na toll. Man fühlt sich, als sei man schon einen Platz zurückgefallen. Kaum ist der Zettel draußen, heißt es spurten an die Theke vor dem Saal, ein ominöses Teil in Empfang nehmen, das wir bei der Käserei in Jordanien abgeben sollen und eine Karte, mit der nächsten Aufgabe.
Der freundliche Franz vom Schwabenpfeil hat sich da an der Theke eindeutig vorgedrängelt. Aber wir verzichten auf eine verbale Auseinandersetzung. Schließlich wird die Rallye auf der Straße entschieden und da scheinen uns die Jungs vom Schwabenpfeil aufgrund ihres hohen Rentneranteils im Team nicht so gefährlich.
Noch vor dem Start dann eine Riesenüberraschung – eine stattliche Delegation aus Wolferstadt ist angereist und enthüllt nun ein Transparent von Ausmaßen, die einer Anti-Bush-Demo zu Ehre gereichen würden.

Genial!!! Wir sind das einzige Team mit Fanclub – auch Katja und ich haben Fan-Unterstützung von Fabi, Sabine, Claire-Marie, Eva, Horst und einem Freund aus Hamburg. Am Start selbst drückt mir jemand noch ein Mikrofon unter die Nase. Ich versteh zwar nix, aber sage irgendwas. Die Menge tobt. Wilfried Gehr steht draußen auf einem Podest und brüllt nach Kräften in ein weiteres Mikrofon. Ein Priester bespritzt unseren Carlos mit Weihwasser, Katja bewirft die Zuschauer mit Gummibärchen-Tüten – und dann geht es los.

Die erste Aufgabe zeigt schon die ganze Tücke des Organisationsteams. Auf miesen Um- (also kleinen Feldwegen) schicken sie uns nach Steibis, wo wir das Roadbook in Empfang nehmen sollen. Wer hier mitdenkt, hat schon das erste Mal gepatzt. Denn einige superschlaue Leute wählten eine Abkürzung und vergeigten dabei die ersten Wertungspunkte. Denn das brave Befahren der vorgegebenen Strecke wurde von einem Streckenposten kontrolliert.
Endlich halten wir das Roadbook in den Händen. Zum Lesen keine Zeit. Wir fahren sofort weiter und kümmern uns um die erste Tagesaufgabe. Sie lautet: Lasst euch mit drei Uniformierten fotografieren. Auf dem Bild müssen alle Autos und alle Teammitglieder sein. Na prima, denken wir. Polizisten gibt es doch überall. Während dem Fahren lesen wir, dass es neben den Tagesaufgaben auch Länderaufgaben gibt. Das sind sie:
In jedem Land, das wir durchfahren, müssen wir eine bestimmte Sorte Wein einkaufen.
Aus jedem Land, das wir durchfahren, müssen wir ein Rezept mitbringen, das Käse enthält, wobei das Roadbook den freundlichen Hinweis enthält, dass sie Käsebrötchen nicht als Rezept durchgehen lassen.
Jeder Grenzübertritt muss durch einen Stempel im Roadbook dokumentiert werden.
Unser Tagesziel für heute lautet: Wir müssen hinter Wien kommen. Was wir für einen Klacks halten. Falsch, falsch. Am Ende des Tages haben wir dieses Etappenziel um einige Kilometer verfehlt. Wir landen gegen 20.30 Uhr in Mauthausen an der Donau – ein Ort, der so traurige Berühmtheit erlangte wie Dachau oder Auschwitz. Albert und Petra, die die Donaugegend von einer frühen Radtour her kennen, wissen wie man zu einem Zimmer kommt – in einem Hauseingang der Tourist Information hängt ein Terminal für die Zimmersuche. Wir landen in einem wunderbaren Wachauer Bauernhof, erfahren, dass es dort nichts mehr zu essen gibt und auch in ganz Mauthausen nicht. Also fahren wir ins Örtchen Perg wo wir auf zwei Mitglieder des Schwabenpfeils treffen: den kugelrunden Peter und den Gute-Laune-Franz, der während der ganze Reise strahlt, weil er zwei Tage vor Rallyeantritt ins Rentnerdasein geschickt wurde. Die beiden offenbaren uns unverhohlen ihre schwäbische Pfiffigkeit. Sie haben im ersten Hotel am Platze Quartier bezogen – die Zimmer kosten nur 10 Euro, allerdings müssen sie ein sündhaft teures Frühstück bezahlen. Zur Ehrenrettung des Teams schlafen die anderen Mitglieder auf dem Campingplatz bei Regen.
Die Tagesaufgabe bewältigten wir dann übrigens noch kurz vor Sonnenuntergang. Nachdem in ganz Deutschland keine Polizisten auf der Straße zu sehen waren, haben wir mal zwei Polizeistationen in Deutschland angesteuert. Wusstet ihr, dass sich die Polizei hinter einer Sprechanlage verschanzt? Haben die Angst vor Ganoven? Die Sprechanlage beteuerte in beiden Fällen völlig allein zu sein und keine drei Uniformierten abstellen zu können. Das war in Österreich dann anders. Dort konnte man wenigstens die Wache noch betreten und den beiden anwesenden Polizisten das Anliegen persönlich vortragen. Und es half: Sie schickten uns auf einen Fußballplatz, auf dem mehrere Uniformierte Dienst schoben oder einfach nur das Spiel anguckten und instruierten sie noch vor unserer Ankunft.
„Ötz sans doah die Deitschn!“, rief der erste Polizist, der uns an den Rallyeautos erkannte. Noch mal schön vor dem Auto aufgebaut, eine Runde Smalltalk, ein paar Geschenke verteilt – und wir hatten das Bild im Kasten.

Äh noch was. Am gleichen Tag haben wir auch vorgearbeitet und die Tagesaufgabe des nächsten Tages gelöst. Wir haben unsere Fahrzeuge vor einer Weide mit zehn österreichischen Kühen fotografiert. Wer weiß, ob die Ungarn überhaupt Kühe haben? So viel Mogelei darf sein, oder?
Warum wir unser Tagesziel „bis hinter Wien zu kommen“, nicht erreicht haben?
Weil wir keine Ahnung hatten, wie langsam man auf der Landstraße vorankommt. (Den eingeplanten Tagesschnitt von 60 Stundenkilometer konnten wir jedenfalls vergessen.)
Weil uns das gemeine Organisationskomitee in Oberstaufen so lange aufgehalten hat.
Weil wir eine Stunde beim Kaffeetrinken und Eisessen vertrödelt haben.
Spätestens als wir um 0.30 Uhr satt in die einfachen Bauernbetten fielen, war uns klar – das würde für lange Zeit der letzte geruhsame Abend sein. Wir waren schon am ersten Rallyetag im Hintertreffen.

Dienstag, 22. Mai 2007

Herzliche Gruesse aus Istanbul

Gerade eben haben wir ein Internetcafe gefunden. Waehrend Bernd und Albert beim Barbier sitzen und sich verschoenern lassen, sitzen Katja und Aui im Internetcafe ohne Cafe.
Nach vier Tagen fahren am Stueck haben wir uns das verdient! Die Pause in Istanbul, ein bisschen bummeln, erkunden und die Verkehrslage fuer morgen checken. Pruefungen gibt es jede Menge. Zum Glueck nur nicht durch unsere Autos. Reinhold, Carlos und der Opel ziehen bisher sauber mit. Laendertypische Rezepte sammeln, Stempel an den Grenzen. T-Shirts gegen tuerkische Fahnen eintauschen und Uebernachtungen unter 10 Euro finden, uns mit drei Uniformierten fotografieren lassen - das alles haben wir bisher geschafft. Unser Motto heisst "fahren, fahren, fahren".

Donnerstag, 17. Mai 2007

Schön schlafen...

... werden wir in Kappadokien! Dank der Unterstützung des Fairy Chimney. :-) Damit gehören sie auch auf unsere Sponosorenliste. Auf Kappadokien sind wir schon wahnsinnig gespannt. Wir hoffen, ein paar Stunden "freizufahren", damit wir auch auf "Höhlentour" gehen können. Wer mehr wissen will - hier habe ich ein paar Bilder entdeckt. Ist es nicht eine wahnsinnig aufregende Landschaft?!

Mittwoch, 16. Mai 2007

Überraschung: Ratiodrink sponsert uns

Da staunte ich nicht schlecht, als der Postbote heute ein kleines fast quadratisches Paket vorbeibrachte - darin 2 Boxen mit jeweils 3 Liter Apfelsaftkonzentrat. Und zwar in klar und naturtrüb!
Apfelsaftkonzentrat? Genau das! Die Firma Ratiodrink macht es möglich, dass jeder Haushalt sich seinen Apfelsaft selber herstellen kann.
Meiner Meinung nach die ideale platzsparende Getränke-Idee für den Rallyteilnehmer oder den Campingurlaub. Oder wenn man sich die Apfelsaftflaschen-Schlepperei ersparen möchte. Billiger ist es wohl auch noch. Hier das Rechenexempel von Rafael Kugel, dem Ratiodrink-Boss.
Das Apfelsaftkonzentrat stammt übrigens aus heimischen Bodenseeäpfeln. Wer Durst bekommt, zapft sich einfach ein bisschen was, gießt mit Wasser auf (Verhältnis 1:7) und lässt es sich schmecken.
So kommt es dass in unserem Rallye-Carlos in den so gut wie nichts mehr reinpasst, doch noch 42 Liter Apfelsaft Platz haben.
Danke Rafael - wir werden Dir ein Werbefoto aus der Wüste senden - falls uns der Ratiodrink nicht unterwegs geklaut wird.

Die Augsburger Allgemeine berichtet über unser Team

Je näher die Rallye Allgäu Orient rückt, desto mehr häufen sich die Presseberichte. Jetzt wurden auch unsere Wolferstädter Teamkollegen in der Zeitung vorgestellt. Hier ist der Link zum Artikel.

Montag, 14. Mai 2007

Benefiz-Rallye Allgäu-Orient bereits vor dem Start ein Erfolg

Bereits vor dem Start der Old- und Youngtimer Rallye Allgäu-Orient ist die Veranstaltung ein voller Erfolg - was den guten Zweck angeht. 40.000 Euro an Spendengeldern sind schon in den Kassen! Mit "Schuld daran" ist die Firma Paradigma, die für das Käserei Hilfsprojekt in Jordanien eine Solar-Wasserbereitungsanlage im Wert von über 20.000,- Euro gesponsert hat.

Sonntag, 13. Mai 2007

Jordanisches Königshaus im Rallyefieber

Der Organisator der Rallye Allgäu Orient hat gegenüber der in Berlin erscheinenden TAZ ein paar Infos ausgeplaudert, die wir soeben entdeckt haben. Hier sind die wichigsten Neuigkeiten:

"- Letztes Jahr galt es, einen Ballen Heu vom Allgäu nach Jordanien zu kutschieren, denn der erste Preis ist ein Kamel - und das sollte sich an das Allgäuer Futter gewöhnen.
Das mit dem Ballen Heu lassen sie in diesem Jahr bleiben, nachdem im vergangenen Jahr ein Teilnehmer an der rumänischen Grenze deswegen verhaftet wurde. "Der hat auf die Frage des Grenzers, was er mit dem Heu will, geantwortet: Das ist für mein Kamel, denn das kann ich gewinnen, wenn ich zeitig in Jordanien bin. Der Grenzer fühlte sich verarscht und sperrte ihn drei Stunden ins Gefängnis."
- Von den aktuellen Sonderprüfungen der diesjährigen Rallye wird vorab nur eine verraten, die den Teilnehmern viel Geduld abfordern dürfte. Sie spielt an der ersten großen Zwischenstation in Istanbul. Um zehn Uhr morgens zur besten Rushhour ist Start. Vorbei geht es an der "Blauen Moschee", an der es keine Parkplätze gibt. Dort müssen sich zur Hauptverkehrszeit die Teams mit ihren Autos fotografieren lassen.
- Selbst das jordanische Königshaus ist bereits im Rallye-Fieber, für die Teilnehmer wird es gut eine Woche nach dem Start im Allgäu einen herzlichen Empfang in der Wüste geben."

Mehr dazu in der TAZ

Unser Carlos wurde verschönert


Nur noch wenige Tage bis zum Start der Rallye Allgäu Orient, von Oberstaufen nach Ammann. Zeit unseren Carlos (Santana) den 25 Jahre alten Rennboliden aufkleber-technisch aufzumotzen. Hier könnt ihr ihn von (fast) allen Seiten angucken. Könnten schon noch mehr Kleber sein. Naja vielleicht kommen beim Start in Oberstaufen noch ein paar dazu?




Dienstag, 8. Mai 2007

Die ersten Bilder von Carlos

Haben wir ja schon lange versprochen. Hier sind sie.

Das Fahrzeug stach uns bei einem der hiesigen Autohändler sofort ins Auge: es war mit Abstand das älteste. Hier seine Daten: VW Santana, Baujahr 1982, Benziner, 63/kw 86 PS, 1577 ccm.

Erstaunlich: das Auto ist aus erster Hand! Sehr gepflegter Zustand, nur oberflächlicher Rost. Innenraum top! Und hat nur 105.000 km auf dem Tacho.
Eine erste Probefahrt über 250 km Strecke offenbarte keine ernstzunehmenden Mängel. Das Wägelchen schnurrt - nicht kraftvoll aber ausdauernd - über die Landstraßen und ist uns schon sehr ans Herz gewachsen.
Wir möchten uns von Carlos am liebsten gar nicht trennen in Jordanien. Aber wenn wir ihn gegen ein Kamel eintauschen können...

Wie kleben die anderen?



So Freunde - es ist mir gelungen durch knallharte Internetrecherche ein Foto der Klebevorbereitungen des Elferteams - ihr wisst schon die Porschefahrer - ausfindig zu machen, das ich euch nicht vorenthalten will. Blau und Orange - nicht gerade stilsicher - was meint ihr?

Sonntag, 6. Mai 2007

Check it

Hier eine Checkliste als kleine Hilfe für alle Rallyefahrer. Auf Vollständigkeit wird verzichet. ;-) Petra war so fleißig und hat sich die Mühe gemacht. Unser Dank gilt also ihr! Helmut hat sie vervollständigt und die letzten Änderungen kamen an unserem Treffen dazu. Wer sie als Excel-Datei braucht, einfach melden.

Kleiner technischer Hinweis für Blogger-Neulinge (wie ich es bin): Bei Blog.de kann man ja nur Bilder, aber keine xls, pdf-Dateien etc. posten. Abhilfe: Geh zu scribd.com, stelle dort deine Datei pdf-Datei (oder was auch immer) online und füg den Link einfach in dein Posting ein.

Letzte Teambesprechung


Freitag letztes Treffen in Ulm. Nur Temmitglieder wissen wo. Helmut präsentiert seine geheime Routenplanung. Damit es uns nicht so geht wie dem einen Team letztes Jahr. Die sind bei diesem Ortsschild falsch abgebogen.

Samstag, 5. Mai 2007

Hirnlos Rasen oder lieber Land und Leute kennenlernen

Bei einer Rallye quer durch Europa - der Gumball 3000 - sind gestern in Mazedonien zwei Einheimische ums Leben gekommen. Verursacht hatte den Unfall ein rasender Rallyeteilnehmer. Er war mit 240 km/h auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs als ihm ein Golf entgegenkam. Die Geschwindigkeitsbegrenzug an der Unfallstelle betrug 65 km/h.
Rund 40.000 Euro Startgeld zahlen die Rallyeteilnehmer an einer nicht genehmigten Rallyeveranstaltung, die mit PS Boliden auf Alltagsstraßen stattfindet. Dafür heizen sie mit ihren Bugattis, Lamborghinis und Rolls Royce dann Vollgas über die Landstraßen.
Unternehmen wie Telekom und Adidas haben die Rallye wohl mit erheblichen Mitteln gesponsert. Adidas hatte unter anderem ein Promi-Team in einem Lamborghini Gallardo mit dem US-Hip-Hopper Xzibit sowie einen Maserati Quattroporte mit Jay Kay, dem Sänger der Band Jamiroquai am Start und zur Gumball eigens eine Kleider-Kollektion vorgelegt.
Das wundert einen schon: da werden illegale Schwachkopfideen wie diese berüchtigte Gumball gefördert - eine sanfte Low Budget Rallye mit Old- und Youngtimern, die einem guten Zweck dient und die Rallyeteilnehmer mit Land und Leuten in Kontakt bringt - unter anderem durch die diversen Rallyeaufgaben - die ist für das große Sponsoringgeld nicht interessant genug. Dabei muss sich jeder Sponsor doch fragen, welche Werte und Einstellungen er fördert.
Die Toten aus einem illegalen Straßenrennen haben jedenfalls auch die Marketingverantwortlichen der Sponsorenfirmen auf dem Gewissen. Die Gumball 3000 wurde nach dem Unfall eingestellt.

Aktuelles im (englischsprachigen) Autoblog

Mehr dazu bei der Süddeutschen

Freitag, 4. Mai 2007

Autos werden verschönert















Gestern wurden die Autos der Wolferstädter einer ersten Verschönerungsmaßnahme unterzogen. Sieht doch schon ganz klasse aus. Fehlt nur noch der Wüstensand!

Von links nach rechts: Petra, Aufkleber-Sponsor Lehner, Aui.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Zwischenfrage

Liest hier eigentlich jemand mit? Wenn ja, warum gibt es in diesem Blog denn keine Kommentare? :-( ;-)

Was für ein Tag!

Wow! An so einem Tag wie heute geht es mit Riesenschritten voran.

Nachricht 1: Da überraschte mich gleich morgens Teammitglied Aui (Klaus-Peter) mit der Nachricht, dass die Firma Lehner-Design-Schriften, Römerstr. 6, 86709 Wolferstadt , Tel: (09092) 663 5 sich bereit erklärt hat eine ganze Menge an Schriftaufklebern für unsere 3 Fahrzeuge zu sponsern.
Hallo Welt: Ein hervorragendes Unternehmen diese Firma Lehner! Wer Schriftaufkleber braucht, bitte immer nur dort bestellen!
Nachrichten 2-4: Mittags kam es dann ganz dicke: Der zugesagte BMW 318i war dann nach Rücksprache mit der Gattin plötzlich doch nicht mehr verkäuflich, ein soeben noch unterwegs besichtiger Passat Variant erwies sich als zu neu und zu teuer, da stach uns der Traumwagen bei einem Autohändler ins Auge: ein VW Santana, Baujahr 1982 aus erster Hand und scheckheftgepflegt.
Morgen wird das Fahrzeug ausgiebig probegefahren. Der Autohändler ließ sich vom Rayllefieber anstecken und zu einem bemerkenswerten Preisnachlass hinreissen - ist früher mal selbst durch die Wüste gefahren.
Nachricht 5: Katja hat bei der Werbeabteilung des weltweit bekanntesten und besten Autoelektrikherstellers ein paar Gastgeschenke für Kids unterwegs ergattert. Jetzt können wir 1.500 Packungen Gummibärchen verteilen!
Nachricht 6: Wir freuen uns bereits jetzt auf syrische Gastfreundschaft. Wir haben einen Kontaktmann in Damaskus als ganz persönlichen Reiseführer!

Die nächsten Tage dann weitere Details.

Dienstag, 1. Mai 2007

Und? Habt ihr schon ein Auto?

Lustig. Da schlendert man in Wolferstadt (unter anderem deshalb auch unser Teamname "Wolfsrudel") nachts um 0.30 Uhr über den Dorfplatz und mir nix dir nix wird man gleich zweimal hintereinander innerhalb 3 Minuten von uns unbekannten Wolferstädtern angesprochen: "Und? Habt ihr schon ein Auto?" Man kann also mit recht behaupten, dass die Wolferstädter richtig gut informiert sind und reges Interesse an unserer Rallye herrscht. Und das trotzdem wir Wolferstadt zum allerersten Mal in unserem Leben besuchten. Es gibt sogar so toughe Fans unter ihnen, die uns am 18. Mai in Oberstaufen verabschieden werden. Richtig? Und Eva und Horst & friends, werden diesen Fankreis stärken wie wir heute erfahren haben. :-)) Klasse!
Nochmal zu Wolferstadt: Der Maibaum war echt ein kleines Wunderwerk. Ganz kunstvoll geschnitzt, mit Wappen etc., überhaupt der schönste, den ich mir je näher betrachtet habe. Wirklich. Toll gemacht ihr Wolferstädter! Schade, dass wir die Kamera nicht dabei hatten. Und Nördlingen ist auch toll - wir sind heute morgen im Schnelldurchlauf durch die Altstadt.
Genug des Lobes und der Nebenbei-Reiseberichte! Was ist noch passiert. Wieso waren wir überhaupt in Wolferstadt? Na, weil wir uns gegenseitig unsere Neuerwerbungen vorführen mussten und auch, damit man sich erinnert wie die Leute denn aussehen, mit denen man fährt! ;-) Leider war unser Auto noch nicht dabei. Denn wir können uns nicht entscheiden (nehmen wir den Golf CL, Bj. 84 oder den BMW 318i, Bj.87 oder den VW Passat, Bj 92?). Wir entscheiden uns am Freitag. Spätestens. Und frühestens. Versprochen.
Helmut hat uns nun mit "Babyphones" ausgestattet. So wissen wir nun also immer, was der Vorausfahrende oder Nachzügler macht. Die Schlafsäcke wurden begutachtet und zum Teil für zu kühl bewertet. Campingstühle Probe gesessen und die Zelte anhand der Größe beurteilt. Bei der Routenplanung haben wir uns etwas korrigiert. Mehr wird hier nicht verraten. Die Checkliste vervollständigt. Ja, demnächst stellen wir sie hier rein. Rechtzeitig vor "Abflug". Vielleicht hilft sie dem einen oder anderen noch die Ausrüstung zu vervollständigen.